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Raitenbuch im Wandel der Zeit

 

Etwa acht Kilometer südöstlich von Berching liegt auf einer breiten Jurahochfläche zwischen dem Sulztal und dem Tal der Weißen Laaber die ehemalige Gemeinde Raitenbuch, Filialdorf der Pfarrei Oening, mit 172 Einwohnern. In loser Anordnung scharen sich behäbige, meist neu gestaltete Bauernhöfe und kleinere Anwesen um die Dorfkirche St. Nikolaus.

Vor etwa 1000 Jahren mag Raitenbuch im Zuge bajuwarischer Besiedlung entstanden sein. Der Name des Dorfes (Raitenbuch, früher Rayttenpuch, Reytenbuch usw.) weist wohl auf den Eigennamen „Raido" hin und bedeutet soviel wie Dorf am Wald des „Raido" oder nach anderer Auslegung „Rodung im Buchenwald".

Urkundlich genannt wird Raitenbuch erstmals im Jahre 1129 bei der Gründung des Klosters Plankstetten. Unter anderem tritt ein Konrad von Raitenbuch als Zeuge auf.

Im gleichen Jahrhundert, 1144 und 1146, werden in den Klosterurkunden von Plankstetten ein Gozwin, und 1190 Konrad der Jüngere als Zeugen in Urkunden genannt. Von einem Edelsitz des damaligen Ortsadels ist im Dorf nichts mehr zu sehen.

Die Grafen von Hirschberg besaßen als Schutzvögte des Bischofs von Eichstätt die Herrschaft über Raitenbuch.

1304 stiftet Hermann Vestenberger von Oening die Pfarrei Raitenbuch und übergibt das Patronatsrecht dem Kloster Plankstetten.

Ortsansicht von Raitenbuch auf einer alten Postkarte

Nach dem Tode des letzten Grafen von Hirschberg, Gebhard VII., kam Raitenbuch 1305 mit der Grafschaft Hirschberg an das „Fürstbischöfliche Hochstift Eichstätt und blieb bei ihm durch das ganze Mittelalter hindurch bis zu dessen Auflösung (1802). Noch heute weisen Grenzsteine in der Ortsflur auf die ehemalige Grenze des fürstbischöflichen Gebietes zu Bayern hin. Ein besonders schöner und großer Grenzstein steht im Raitenbucher Gemeindewald, im Volksmund als „Bischofsstein" bekannt, aus dem Jahre 1719 mit bischöflichem Krummstab und bayerischem Rautenwappen. Die Gemeinde- und Flurgrenze war also größtenteils und lange Zeit zugleich auch Landesgrenze. - Nach der Landeshoheit (1305) wird dem Bischof von Eichstätt 1306 auch das Dorfgericht zugesprochen. -Die Grundherrschaft war sehr zersplittert. Während des Mittelalters waren zu Raitenbuch die Wildensteiner (11 Anwesen), die Sulzbürger, die Absberger, die Schmoll von Berching, das Kloster Plankstetten und das Spital von Berching begütert. - 1447 waren laut Salbuch von Hirschberg 14 Anwesen nach Hirschberg „Vogt-, dienst- und steuerbar". - In nach-

mittelalterlicher Zeit verteilt sich der Grundbesitz von Raitenbuch wie folgt: Das Hochstift Eichstätt besaß 12 Untertanen, das Kloster Plankstetten 7, zwei bzw. 3 Grundholden gehörten nach Berching, einer war sulzbürgisch und einer gehörte zu Neumarkt. Zu diesen aufgeführten Grundholden kam noch bäuerlicher Eigenbesitz.

Von den Glaubenswirren der Reformation blieb Raitenbuch wegen Zugehörigkeit zum Fürstbischöflichen Hochstift Eichstätt verschont im Gegensatz zum Nachbarort Holnstein, das als kurpfälzische Grafschaft mehrmals den Glauben wechseln musste nach dem damaligen Grundsatz: Der Landesherr bestimmt auch die Religion seiner Untertanen. Doch der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und dessen Folgejahre brachten auch für Raitenbuch Not und Elend.

Mit der Säkularisation (Auflösung) des Hochstiftes Eichstätt kam Raitenbuch 1802 an das Kurfürstentum Bayern. - Von 1803-1806 gehörte es mit dem Unteren Stift zum Kurfürstentum Salzburg unter Großherzog Ferdinand von Toskana. -1806 kommt es schließlich zum damaligen Königreich Bayern. 1811 bildet Raitenbuch mit Oening eine Pluralgemejnde.

1818 wird Raitenbuch als eigene Gemeinde wieder selbständig.

Zum Schutz gegen Brandgefahren erfolgte 1901 die Gründung der Freiwilligen Feuer-wehr Raitenbuch. Bereits 1880 bestand eine Pflichtfeuerwehr. Sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg haben mehrere Gemeindebürger auf verschiedenen Kriegsschauplätzen Europas ihr Leben geopfert. Aus dem 1.Weltkrieg (1914-1918) sind drei und aus dem 2. Weltkrieg (1939-1945) acht Soldaten nicht mehr heimgekehrt. Zu ihrem Gedächtnis wurde 1982 im Friedhof zu Raitenbuch ein Kriegerdenkmal geweiht.

Infolge häufiger Wassernotzeiten auf den trockenen Jurahöhen entschloß sich Raitenbuch 1927 zu einem Anschluß an die Wasserverbandsgruppe Jachenhausen von Hebersdorf aus mit einem Aufwand von 40.000 RM. Die Erdarbeiten führte Maurermeister Däxl, Berching, aus, die Rohre verlegte die Firma Huber, Berching. Mitarbeitende Ortsbürger erhielten einen Stundenlohn von 0,52 RM und mußten 6 laufende Meter -1,80m tief - am Tage ausheben.

Wasser war immer kostbar. Jedes Haus hatte damals einen „Regenbrunnen", in dem das Regenwasser aufgefangen wurde für die häusliche Versorgung.

 

Als Viehtränke diente bis 1925 in der Ortsmitte (vor dem Hause des Schmiedemeisters Zoch) ein Dorfweiher, der ebenfalls vom Regenwasser gespeist wurde. Bei größeren Trockenzeiten mussten die Bauern das notwendige Wasser im Tal aus der Weißen Laaber holen.

1936 wurde Raitenbuch durch das Überlandwerk an das „Elektrische Licht" angeschlossen; Kerzen und Öllampen gehören der Vergangenheit an.

Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges erfolgte am 25. April 1945 der Einmarsch amerikanischer Truppen in Raitenbuch und Umgebung, glücklicherweise ohne Zerstörungen.

In den Jahren 1951-1954 wird die Flurbereinigung im Gemeindebereich durchgeführt und dadurch eine zweckmäßige und vorteilhafte Bearbeitung der Flurgrundstücke ermöglicht.

Im Zuge fortschreitender Motorisierung auch auf dem Lande wurde 1957 der Ortsverbindungsweg nach Wallnsdorf ausgebaut und mit einer Teerdecke versehen - wegen der geringen Fahrbreite von nur drei Metern im Volksmund „Radlweg" genannt. -1964 erfolgt der Ausbau der Ortsstraßen mit gleichzeitiger Oberflächenentwässerung und Kanalisierung unter Bürgermeister Georg Leidl.

Am 14. März 1965 feierte Pater Justin Stampfer Primiz in seiner Heimatgemeinde Raitenbuch im Freien. Dazu musste erst das Dorf durch die Einwohner von gewaltigen Schneemassen befreit werden.

Zur Verbesserung des örtlichen Straßennetzes wird 1968 die Straße von Oening - Raitenbuch nach Kevenhüll ausgebaut, mit einer Teerdecke versehen und als Kreisstraße BEI 10 aufgestuft (heute NM 3).

1971 wird der erste Teil des Ortsverbindungsweges nach Oberbürg ausgebaut - 1972 von der Großgemeinde Berching weitergeführt.

1973 erhielt Raitenbuch eine eigene Ortsbeleuchtung. Im Zuge fortschreitender Zentralisierung der Gemeindeverwaltungen wurde das Standesamt Raitenbuch ab 1. Januar 1968 in den Standesamtsbezirk Berching eingegliedert. Schließlich musste Raitenbuch 1972 auch die Gemeindehoheit an die neue Großgemeinde Berching abgeben und mit der gleichzeitigen Gebietsreform schied das Dorf 1972 aus dem bisherigen Landkreis Beilngries aus und wurde dem erweiterten Landkreis Neumarkt i.d.OPf. angeschlossen. - Die Belange des Ortes werden nunmehr durch einen Ortssprecher - derzeit Andreas Dumann gewählt am 27.04.1984 - bei der Großgemeinde Berching wahrgenommen.

Am Steinbruch wurde 1985 ein Bolzplatz für die Jugend angelegt und Heckenpflanzungen entlang des Staadorfer Weges durchgeführt.

Luftbild von Raitenbuch aus dem Jahre 1985 ( Vogelperspektive )

Der Gemeindestadl wurde ebenfalls wegen Platzmangels umgebaut und neu eingedeckt.

1986 nahm die Ortschaft an dem Wettbewerb „ Unser Dorf soll schöner werden " teil und erzielte hierbei den hervorragenden dritten Platz, der mit der Bronzemedaillie belohnt wurde. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre auf Landkreisebene ausgetragen.

Den Höhepunkt der Ereignisse im Jahr 1986 bildete am 28 September die Primiz von Pater Thomas Maria Freihart, ein gebürtiger Raitenbucher, der in seinem Heimatort Primiz feierte.

Das erste Treffen der vier gleichnamigen Ortsschaften Raitenbuch wurde im November 1989 im Weißenburger Raitenbuch abgehalten. Hierbei waren Bürger aus Raitenbuch bei Hohenfels, Raitenbuch bei Weißenburg, Raitenbuch am Titisee/ Schwarzwald und unserer Ortschaft zusammengekommen.

1990 wurde die Gemeindeverbindungsstraße von Raitenbuch nach Wallnsdorf saniert und mit Ausweichstellen versehen. Von dem ursprünglich vorgesehenen bzw. geplanten Vollausbau auf 4,50 m Breite sah man aus Kostengründen ab.

In den neunziger Jahren herrschte in Raitenbuch ein regelrechter Bauboom.

Es entstanden in dieser Zeit elf neue Wohnhäuser am Ortsrand.

Das Feuerwehrhaus wurde 1993 in Eigenregie der Raitenbucher Feuerwehr gründlich saniert.

Bereits zwölf Jahre nach der Priesterweihe, wurde Pater Thomas Maria Freihart am 19 September 1998 zum Abt vom Kloster Weltenburg geweiht.

Durch Erhalt von Fördermitteln konnte der Obst – u. Gartenbauverein am Staadorfer weg 1996 eine Streuobstwiese anlegen.

Die Stadt Berching nimmt 1998 durch das Ing.- Büro Bauer aus Regensburg die Planungen zur Abwasserbeseitigung der Ortschaften Oening und Raitenbuch mit Anschluß an die zentrale Kläranlage in Holnstein auf.

Steigende Einwohnerzahlen sowie unzureichende Abwasserverhältnisse an den Vorflutern machen diese Maßnahme notwendig.

In einer Ortsversammlung wurde im Jahr 2000 über die Benennung der Straßen in Raitenbuch abgestimmt. Ein Grossteil der Anwesenden stimmte für die Variante, in der, der Ortsname erhalten bleibt. Straße A wird die Kreisstraße, Straße B die Ortsdurchfahrt Richtung Staadorfer Weg, Straße C die Umfahrung der Kirche, Straße D die südliche Umfahrung, Straße E die nördliche Umfahrung.

Nach Gründung einer Spielplatzarbeitsgruppe im Frühjahr 2000 konnte bereits kurz vor Wintereinbruch im selben Jahr durch die zugesagte Unterstützung der Stadt Berching der lang ersehnte Umbau des Kinderspielplatzes in Angriff genommen werden. Im Umbau eingeschlossen war die Neuanschaffung eines Spielturmes.

Spielplatz von Raitenbuch, neu angelegt in den Jahren 2000/2001

In Eigenleistung hat die Dorfgemeinschaft Raitenbuch den Spielplatz komplett neu angelegt.  Es wurden  neue Spielgeräte aufgestellt,  ein neuer Zaun angebracht, das Gelände eingeebnet, Rasen angesät und Pflasterarbeiten durchgeführt. Zum Abschluß werden noch neue Bänke und ein Mehrzwecktisch, der sowohl zum   Tischtennisspiel  als auch zur allgemeinen Rast, als Sitzgruppe aufgestellt. Die Materialkosten wurden hierbei größtenteils von der  Gemeinde Berching übernommen.

Der Stadt, für die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel sowie allen Helfern die in vielen Stunden mühselige Arbeit verrichteten, sei an dieser  Stelle Dank und Anerkennung  zugesprochen.

Auf dem Spielplatzgelände befindet sich außerdem ein "Marterl". Dieses Marterl ist in einem schlechten Zustand, da das Kreuz bereits seit  Jahren  abgebrochen  ist  und  das ursprünglich vorhandene Bild fehlt. Die FF Raitenbuch wird dieses Marterl komplett renovieren   lassen,   damit   bis  zum 100-jährigen Gründungsfest vom 06. bis 08.07.2001  der  gesamte  Spielplatz  in neuem Glanz erstrahlt.

Die Ortschaft Raitenbuch zählt zum Ende des Jahres 2000 172 Einwohner .

Am 03.März 2002 wird im Zuge der Kommunalwahl mit Manfred Rackl erstmals ein Bürger aus Raitenbuch in den Stadtrat der Stadt Berching gewählt. Dieser übernimmt am 01.05.2002 auch die Aufgaben des Ortssprechers von Andreas Dumann.

Im Frühjahr 2002 beginnt nach langer Planungsphase und abgeschlossenen schwierigen Grunderwerbsverhandlungen der Bau der Ableitungsdruckkanäle aus Richtung Oening durch die Fa. Rohmann aus Beilngries. Im Zuge des Kanalbaus wird im südlichen Bereich des ehemaligen Steinbruchgeländes eine Vakuumstation sowie ein Regenrückhaltebecken errichtet.

Im gesamten nördlichen Bereich von Raitenbuch wird eine Oberflächenentwässerung eingebaut und bis zum Wintereinbruch größtenteils samt Schutzwasserleitung fertig gestellt.

Auf initiative des Ortssprechers und Stadtrates Rackl werden Ortsversammlungen mit dem Ziel in ein Dorferneuerungsverfahren zu kommen abgehalten. Aus den Ergebnissen dieser Versammlungen wird eine Art Leitbild für die Ortschaft Raitenbuch mit dem Titel " Wie soll unser Dorf in Zukunft aussehen " gefertigt. Mit dieser Unterlage wurde über die Stadt Berching versucht mit Förderstellen Kontakt aufzunehmen.

Nach den Wintermonaten beginnen die Kanalisationsarbeiten im Ortsbereich. Unzureichende Standfestigkeiten der vorhandenen Straßenbefestigungen erfordern größtenteils die Erneuerung der gesamten Straßenbeläge und Entwässerungsrinnen im gesamten Ortsbereich.

Die Straße " D " wird 2003 im Zuge der Kanalisation durch ein Sonderfinanzierungsmodell der Anlieger unter der Leitung von Manfred Rackl ausgebaut. Mit diesem Ausbau konnten Missstände wie Staub und Schmutzbelästigungen aber auch Wasserprobleme gelöst werden, so dass nun nach Fertigstellung eine Ortsstraße mit Straßenbeleuchtung und Entwässerungsrinnen samt Asphaltbelag - der am 10.11.2003 eingebaut wurde - geschaffen werden konnte. Mit einem ähnlichen Modell wurden auch die Schotterwege zum Anwesen Sippl und Altmann ( Straße " E " )  mit einem Asphaltbelag versehen. Im Bereich des Nordringes scheiterte der Versuch ebenfalls die Schotterwege zu asphaltieren an der Bereitschaft einiger Anlieger.

Am 05.11.2003 wurde in einer eigens anberaumten Bürgerversammlung die Fertigstellung der Schmutz - und Oberflächenwasserleitungen bekannt gegeben und die Bürger aufgefordert ihre Hausanschlussleitungen an die zentrale Abwasseranlage anzuschließen. Nach fast zweijähriger Bauzeit werden die Arbeiten am 18.Mai 2004 abgenommen und beendet. Als Zeichen dieses Abschlusses wurden am 13.12.2003 verschiedene Pflanzmaßnahmen durchgeführt wie z.B. Streuobstpflanzungen beim Anwesen Mößler und Riedhammer und die Pflanzung eines Spitzahornbaumes im Bereich des Feuerwehrgerätehauses.

Ein altes jährlich wiederkehrendes Brauchtum wurde im Dezember durch die Frauen vom  Frauenkreis Oening/ Raitenbuch wieder zum Leben erweckt. Zu Ehren des Hl. Nikolaus der auch Namenspatron der beiden Kirchen in Oening und Raitenbuch ist, wurde ein Fakelzug mit Nikolausfeier abgehalten.

Auf initiative von Ortssprecher Rackl wurde zusammen mit den Kindern eine Flurputzaktion durchgeführt. Sinn und Zweck dieser Maßnahme bestand darin, die Jugend dahingehend zu informieren, dass Müll in der Landschaft nichts verloren hat und viel Mühe macht diesen zu beseitigen. Mit viel Spass nahmen einige Jugendliche an dieser Aktion teil.

Einen lang gehegten Wunsch den Kirchturm der St. Nikolauskirche zu Beleuchten setzte die Kirchenverwaltung im April 2004 um. Da im Leichenhaus die Sockelleisten und der Boden schadhaft waren, wurde dieser in Eigenleistung neu mit Granitfliesen belegt.

Um das Umfeld des Feuerwehrgerätehauses aufzuwerten wurde von den Ortsbürgern mit finanzieller Unterstützung der Stadt Berching eine Schotterfläche mit Rasenfugenpflaster versehen. Durch diesen Belag werden die Verschmutzungen im ausgebauten Dachgeschoss des Feuerwehrhauses reduziert.

Durch die massiven Auffüllungen beim Kanalbau im Bereich des Steinbruches wurde der vorhandene Bolzplatz überfüllt. Nach Begradigungen durch die Fa. Rohmann konnte am 09.06.2004 der Bolzplatz durch die Fa. Landschaftsbau Ludwig Weigert aus Wissing neu angesät werden. Der Ausweichplatz den die Fußballer zwischenzeitlich nutzten wurde als neuer zentraler Holzlagerplatz umfunktioniert.

Am 28.06.2004 wurde im Auftrag des Landkreises Neumarkt die Bauarbeiten zur Verstärkung des Oberbaus auf der Kreisstraße NM 3 zwischen Oening und Raitenbuch durch die Fa. Max Bögl begonnen. Im Zuge dieser Maßnahme konnte der Ortsverbindungsweg nach Staadorf hergerichtet und nach Einigung der Anlieger mit der Erschließung der Nordringumfahrung begonnen werden. Hierzu erließ der Stadtrat mit Beschluss vom 13.07.2004 eine Ortsabrundungssatzung für dieses Gebiet sodass auch in Raitenbuch Bauland zur Verfühung gestellt werden kann. Die im Vorfeld favorisierte Bauleitplanung im Bereich des Staadorfer Weges wurde wegen der mangelnden Abgabebereitschaft der Grundstücksanlieger mit Beschluss vom 13.07.2004 vom Berchinger Stadtrat wieder eingestellt.

Bereits am 12.08.2004 konnte die Asphalttragschicht nachdem die Grundstücksanschlüsse zur Ver- und Entsorgung eingebracht wurden im Nordringbereich eingebaut werden.

Auf drängen von Ortssprecher Rackl konnte in dieser Maßnahme noch die Pflasterung des Kirchenvorplatzes und Kircheneinganges mit Granitkleinsteinpflaster durchgeführt werden wobei hierfür die Stadt Berching die Kosten übernahm.

Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten begann der städtische Bauhof am 01.09.2004 mit der Sanierung der Friedhofsmauer. Hierzu wurden sämtliche Risse verfüllt und ein zusätzlicher Stützpfeiler im südlichen Bereich zur Aufnahme der Schubkräfte angeordnet. Seit dieser Sanierung wurde auch die Eingrünung mit Sträuchern entfernt, da durch das Wurzelwerk Schäden am Mauerwerk entstanden sein könnten.

Im Friedhofsbereich wurde am 28.04.2005 in einer Gemeinschaftsaktion die Rabatten an den Gräbern begradigt und gebrochene Einfassungen getauscht. Die erforderlichen Materialien wurden von der Stadt Berching bereitgestellt.

1986 nahm die Ortschaft das letzte Mal am dem Wettbewerb „ Unser Dorf soll schöner werden " teil und erzielte hierbei den hervorragenden dritten Platz, der mit der Bronzemedaillie belohnt wurde. Dies war Anlass, dass nach fast 20 -jähriger Pause und jetzt durchgeführten Maßnahmen im Ort einmal wieder einen Versuch zu starten um von Fachleuten zu erfahren wo im Ort noch nachgebessert werden müsste bzw. Veränderungen wünschenswert wären. Bei diesem Wettbewerb erreichte die Ortschaft den 11. Platz von zwanzig teilnehmenden Orten. Die Konkurrenz war bei diesem Wettbewerb besonders groß, da viele Orte teilnahmen, die in den Genuss von Dorferneuerungsmaßnahmen mit entsprechenden Förderungen durch die Direktion für ländliche Entwicklung kamen. Sieht man hiervon ab ist als Resümee für Raitenbuch der 11. Platz mit dem Bisher erreichten ein durchaus guter Platz.

Auf der Suche nach geeigneten Ausgleichsflächen für den Bau einer Windkraftanlage auf der Oeninger Gemarkung wurde die Fa. Windpower durch Unterstützung von Ortssprecher Rackl fündig. Im Bereich der so genannten Ochsenwiese soll eine Streuobstwiese als Ausgleichmaßnahme für die Errichtung der Windkraftanlage entstehen. Nach zähen Vertragsverhandlungen konnte die Stadt Berching hierzu einen Geldbetrag einnehmen und das Grundstück blieb trotzdem im städtischen Besitz. Für die laufenden Pflegemaßnahmen wurde mit der Fa. Windpower ebenfalls ein Vertrag ausgehandelt in dem die Ortschaft eine finanzielle Unterstützung für die Anpflanzung und laufende Pflege erhält. Am 15.10.2005 konnte die Bepflanzung durch die Ortsbürger umgesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturarigabe:

„Geschichte des Schlosses Und Oberamtes Hirschberg" von Felix Mader - „Kunstdenkmäler des

Königreiches Bayern, Oberpfalz und Regensburg, Heft XII Bezirksamt Beiingries" von Friedrich Hermann Hofmann und Felix Mader -Schulgeschichte des Bistums Eichstätt vom Mittelalter bis 1803"von F.X. Büchner - Schulchronik von Oening - Heimatgeschichtliche Aufzeichnungen.

 

Ein Versuch. Ortsnamen. Flurnamen und Hausnamen zu erklären

Auf einer Landkarte von Peter Weinerus 1579 ist unser Raitenbuch als Raitnpuch (bei Berching) zu finden. Unter dem gleichen Namen wurde auch ein Raitnpuch bei Parsberg eingetragen. Wenn diese Gräfliche Herrschaft Raitnpuch auf dem Nordgau bereits vor dem Jahre 886 existierte, so ist anzunehmen, daß Siedlungen und deren Namensgebungen noch weiter zurück datieren.

Im 8.-Jahrhundert wurden unsere Bistümer gegründet und Willibald aus Südengland wurde als erster Bischof von Eichstätt eingesetzt. Sein Bruder Wunibald missionierte in  unserem  Gau  und  konnte dank seiner Kenntnisse  in  keltisch  erfolgreich  die heidnischen Kelten vom christlichen Glauben überzeugen. Karl der Große trieb dieChristianisierung energisch voran und ließ bereits Sonntagsschulen einrichten. In dieser .Zeit wurde bereits versucht, das Althochdeutsch als Einheitssprache einzuführen. Man kann davon ausgehen, daß bis zur Zeit Karl des Großen in unserem Gebiet noch das Keltische gesprochen wurde und so könnte aus dem keltischen Raithe und Buoch der Ortsname entstanden sein. Rait kommt in Bayern für Ortsnamen häufig vor.

Die Hofraithe, der Platz im Hof wo Getreide abgeladen und sonst hantiert wurde, ist (It. Deutsch-Keltischem Wörterbuch) halb deutsch, halb keltisch.  Das Wort Raidh zeigt, dass Korn in ältester Zeit nicht geschnitten, sondern ausgerissen, gereitet wurde. Buah, Buoch bedeutet Kuhpferch. Im Gälischen, einer noch lebendig, gesprochenen keltischen Sprache in Irland und Schottland steht buchae, buchau für Kuhhaus. Karl Kugler hat 1873 in seinem Buch „Tausend Ortsnamen der Altmühlalp und ihres Umkreises", Raitenbuch so erklärt: Das Buech, puach für Wald, Raido der Krauskopf (bei den Römern Crispus). Der Wald des Reid, Reud, Rudolf. Unsere Vorfahren, die keltischen Boiern konnten weder schreiben noch lesen. Nur durch  mündlichen  Überlieferungen  sind  uns  Orts- und  Flußnamen  erhalten geblieben.

Die Altmühl war für unsere Boiern ein Bergwasser. Alt für Wasser und Muel für Berg. Den kleinen Bach nannten unsere Urahnen lu für klein und bior für Bach. Aus Lubior, Lober kennen wir unsere Laber.            

Noch ein Indiz dafür, daß wir von den Boiern abstammen, sind unsere Hausnamen. Wenn unsere Urahnen auch mit Römern, Alemannen, Thüringer, Slaven und Franken vermischt wurden, so ist uns auch hier einiges erhalten geblieben. Bis zum 12.Jahrhundert reichten die Rufnamen und der Wohnort. Dazu konnte manden Namen des Vaters hinzufügen. Aber durch das rasante Wachstum der Bevölkerung wurden es mehrere „Konrad" aus Raitenbuch, so dass sich jede Person einen Zunamen geben mußte. Die meisten hatten wegen ihrer Tätigkeit bereits einen Zunamen wie: Ziegler (Ziegenbauer), Schmid, Wirt, Schneider, Schafbauer, Zimmerer, Wagnerbauer (Wagenbauer), Schulmeister, Mehlbauer, Schuster, Koller (Köhler/Köhler), Fischbauer (Bauer mit Fischteichen), Seemeier (Verwalter für einen See), Neubauer (der neu hinzugekommene Bauer), Kastl (Kastner, Verwalter des Kornkastens).

Dazu wurden auch Wohnstätten-Namen genommen, wie Dickl (der Bauer neben dem Dickicht), Stiglbauer (der Bauer mit dem Stigl = großes Feld am Hang). Manche wollten den Vornamen als Zunamen und so blieb es beim Wilhelm und Leifold (nordisch, germanische Namen), sowie Götz (Götzmann/Gottfried) und Gaukl, einer Ableitung von Jakob. Nachdem es zwei Schneider im Ort gab, nannte man den einen Schneidergaukl. Der letzte, aber interessanteste Hausname in Raitenbuch ist der Boirisch. Hier kann man davon ausgehen, daß er ein direkter Nachkomme von den Boiern war. Die meisten dieser Hausnamen sind erst vor ca. 300 - 400 Jahren entstanden und so kann es auch sein, daß sich Familiennamen wie sie heute in Raitenbuch vorkommen, noch weiter zurück verfolgen lassen.

Ein Beitrag von Martin Stiegler